Zimt

Cinnamomum verum / Cinnamomum cassia

Zimt: der Geschmack von Weihnachten

Das, womit wir unseren Lebkuchen würzen, ist nichts anderes als Baumrinde. Aber ganz so banal ist es dann doch nicht, das gerade zur Weihnachtszeit beliebteste Gewürz. Der betörende Duft und der süße Geschmack des einst unerschwinglich teuren Zimts entführt uns in exotische, fremde Welten, schenkt uns eine Ahnung vom Reichtum des Fernen Ostens.

Zimt gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt. Schon vor 5.000 Jahren ist Zimt Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Als Gewürz wird Zimt in alten Sanskrit-Schriften aus Indien ebenso erwähnt wie in der Bibel. Über die Handelsrouten der Antike gelangte das Gewürz nach Persien,  Griechenland, ins alte Rom und bis nach Marokko. Meist wurde Zimt zuerst als Medizin, Aphrodisiakum und Räucherwerk benutzt und erst später als Gewürz. So auch im mittelalterlichen Europa, wo das Gewürz zunächst als Heilmittel gegen Gicht genutzt wurde. Bis ins hohe Mittelalter, dominierten die Araber den Handel mit den Gewürzen, abgelöst von den Venezianern, die den europäischen Zimthandel im 13. und 14. Jahrhundert dominerten.

Schließlich machten sich die europäischen Kolonialmächte daran, sich die Herkunftsländer des Zimts und anderer heißbegehrter Gewürze aus dem fernen Osten unter den Nagel zu reißen. Die Heimat des echten, sogenannten Ceylon-Zimts, also das heutige Sri Lanka, wurde im 15. Jahrhundert von Portugal, im 17. Jahrhundert von Holland und im 18. Jahrhundert von England erobert. Stets standen die wertvollen Gewürze im Fokus ihrer Begierden. Im Europa des 16. bis 18. Jahrhunderts galt Zimt als eines der besonders teuren und kostbaren Gewürze. Wegen seines hohen Preises wurde Zimt oft verfälscht und mit anderen, minderwertigen Elementen gestreckt. Eindrücklich zur Schau gestellt wurde der Wert des Zimts, als beispielsweise der Augsburger Kaufmann Anton Fugger im Jahr 1530 die Schuldscheine des Kaisers Karls des V. vor dessen Augen in einem Feuer aus Zimtstangen verbrannte und damit seinen Reichtum demonstrierte.

Zimt ist die Rinde des tropischen Zimtbaumes. Zur Zimternte schneidet man Zweige des Zimtbaumes ab, entfernt deren innere Rinde und trocknet sie. Das Ergebnis sind Zimtstangen. Werden sie gemahlen, erhält man Zimtpulver.

Sagenhafte rund 350 Arten der Cinnamomum-Pflanze, "Zimtbaum", auch "Gewürzrinde" genannt, gibt es. Sie wachsen in den tropischen und subtropischen Asien und Australiens, entweder als Sträucher oder Bäume und gehört zur Familie der Lorbeerpflanzen.

Zwei Sorten von Zimt gibt es: Einerseits der "echte" Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum), der auch Kaneel genannt wird und vor allem aus Sri Lanka (früher Ceylon) und dem Süden Indiens stammt, aber auch auf Madagaskar sowie auf den Seychellen angebaut wird.

Zum anderen der Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia), der ursprünglich in China, heute auch in Vietnam, Indonesien und auf Sumatra angebaut wird. Er wird auch Holz-Zimt genannt, in deutlich größeren Mengen angebaut und somit auch häufiger verkauft.

Ceylon-Zimt ist duftiger und süßer; Cassia-Zimt hat eher einen kräftigen, schärferen Charakter. Die Stangen des echten Zimts ähneln einer Zigarre. Seine Rinde ist in vielen dünnen Schichten zusammengerollt. Cassia-Zimtstangen hingegen haben eine einzelne, dickere Rindenschicht, die sich an beiden Enden einrollt und daher keine geschlossene Stange ergibt. In ihrer Mitte befindet sich ein Hohlraum.

Der echte Ceylon-Zimt gilt als die feinste Zimtsorte der Welt und ist im Vergleich Cassia-Zimt um ein Vielfaches teurer.

Bei beiden Sorten erfolgt die Verarbeitung von der Zimtrinde zur Zimtstange in Handarbeit. Beim Zimtanbau wird der Baum erst mehrere Jahre wachsen gelassen, bis man den Stamm kappt. Aus diesem Stamm wachsen dann mehrere junge Triebe. Nach zwei Jahren werden die Triebe geschnitten und ihre Rinde abgeschält. Beim Trocknen rollt sich die Rinde ein und bildet die markante Form der Zimtstangen.

In den Handel kommt Zimt als ganze Zimt- / Kaneelstange, also als zusammengerolltes, röhrenförmiges Rindenstück, feingemahlen als typisch braunes Pulver oder auch als Zimtblüten. Für den europäischen Markt wird der Zimt fast immer gemahlen.

Cinnamomum ("Gewürzrinde") aus althochdeutsch zi(na)mīn, cinamon, cinimin, von lateinisch cinnamum aus hebräisch קינמון (kinamon), aus malaiisch kayumanis, was soviel wie "Süßholz" bedeutet. Im Deutschen seit dem 11. Jahrhundert belegt.

(Quelle: Wikipedia / Wiktionary)

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (anfangs wohl in Berliner Literatenkreisen) kommt Zimt als wegwerfender Ausdruck für "wertloser Kram, lästiger, überflüssiger Aufwand, dummes Gerede, Unsinn" in Gebrauch (ähnlich wie auch der Begriff "Zinnober"). Liegt die Vorstellung zugrunde, dass das Gewürz, wenn es überlagert ist und sein Aroma verloren hat oder da es als Speisezusatz ohnehin entbehrlich ist, den ihm zugemessenen hohen Wert nicht verdient?

(Quelle: "Zimt", in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Zimt>, abgerufen am 13.12.2018.)

Die romanischen Sprachen bilden ihre Namen für Zimt von lateinisch canna ("Rohr"), womit auf die Form der Zimtstangen angespielt wird. Zum Beispiel französisch canelle, italienisch cannella, spanisch canela, portugiesisch canforeira. Das lateinische cannella widerum ist ein Diminutiv von canna, entlehnt von griechisch κάννα (kanna) für "Schilf".

Während Zimt in der indischen, persischen und arabischen Küche eher pikante, herzhafte Gerichte (Fleischgerichte) adelt, wird Zimt bei uns in Europa vornehmlich zum Aromatisieren von süßen Speisen verwendet: beim Milchreis ebenso wie bei Kompott (Apfel- oder Pflaumenmus), eingekochten Früchten, Backobst und Marmeladen.

Und, na klar: Das herb-süßlich duftende Zimtpulver erinnert uns in erster Linie an die Weihnachtszeit, ist es doch geschmacksgebender Bestandteil unterschiedlichster Weihnachtsgebäcke wie Lebkuchen, Weihnachtsstollen, Bratäpfeln, Zimtsternen oder auch von Spirituosen und Heißgetränken wie indischer Chai-Tee oder Glühwein.

Aber auch eine Vielzahl an veganen und vegetarischen Gerichten kommen nicht ohne Zimt aus.

Zimt ist in den unterschiedlichen Kulturkreisen seit jeher als Heilmittel bekannt und geschätzt. So wirkt beispielsweise Zimttee antibakteriell, stärkt das Immunsystem und wirkt gegen die meisten Erkältungssymptome. Außerdem stärkt Zimt als ein wärmendes Gewürz die Verdauung und fördert die Durchblutung. Frauen können mithilfe von Zimt Probleme bei der Menstruation und bei den Wechseljahren lindern. Relativ jung ist die Erkenntnis, dass mithilfe von Zimt auch der Blutzuckerspiegel gesenkt werden kann – natürlich vorausgsetzt, wenn damit nicht gleichzeitig der Konsum von zuckerhaltigen Keksen und anderen süßen oder fettigen Naschereien einhergeht.

Jedoch sollten gerade die günstigere Cassia-Zimtsorten in Maßen konsumiert werden, denn sie haben einen deutlich höheren Gehalt an Cumarin, ein natürlich vorkommender, aromatischer sekundärer Pflanzenstoff, der in höheren Dosen als gesundheitsschädlich gilt. Beim teureren, cumarinarmen Ceylon-Zimt hingegen ist keine Vorsicht geboten.

Zimt muss, wie fast jedes Gewürz, trocken und dunkel gelagert werden. Ungemahlen hält sich Zimt bis zu vier Jahre, als Pulver meist zwei bis drei Jahre.

 

 

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